Ingenieurbefund
Spezialseminar mit Abschlusszertifikat
Das Wiener Merkblatt zur Statischen Vorbemessung vom 31.03.2008 sieht die Vorlage eines nachvoll-ziehbaren Ingenieurbefundes als Erhebung des IST-Zustandes eines Gebäudes bei der Einreichung zur Baubewilligung vor. Dies soll u.a. verhindern, dass Dachgeschossausbauten in hochwertiger Qualität in Gebäuden erfolgen, die innerhalb absehbarer Zeit nicht mehr standsicher bzw. gebrauchstauglich sein werden. Der Ingenieurbefund soll schematisch auf die folgenden Bereiche eingehen:
- Fundierung
- Mauerwerk
- Mittelmauer – Kamingruppen – Kaminmauerwerk im Dachgeschoss
- Aussteifungssituation (Zwischenwände, Auswechslungen, Verschließungen)
- Querschnittsschwächungen (z. B. infolge Leitungsführungen, Installationen, etc.)
- Decken (Zustand, Konstruktion)
- Dachstuhl und Gesimse (nur soweit diese erhalten bleiben sollen)
- Allgemeiner Zustand des Gebäudes in Hinsicht auf Wasserschäden, Haustechnikeinbauten und prinzipielle Veränderungen durch Umbauten seit der Errichtung.
Das Seminar
Den Abschluss des Ingenieurbefundes bildet „eine zusammenfassende gutachterliche Feststellung“ über den gebrauchstauglichen Zustand des Gebäudes und die Tragsicherheit der maßgeblichen Bauteile, sowie eine Übersicht über anzunehmende künftige Sanierungsmaßnahmen. Der Ingenieurbefund bildet daher nicht nur eine statisch konstruktive Begutachtung, sondern liefert auch eine wesentliche Basis für bewertungs- und finanztechnische, sowie fiskalische Gutachten von Gebäuden.
| Abschluss | Abschlusszertifikat der Technischen Universität Wien |
| Unterrichtssprache | Deutsch |
| Termine | Oktober 2012, jeweils Mittwoch 16:30 - 20:00 Uhr |
| Kosten | EUR 2.050,00 (MwSt.-frei) EUR 1.845,00 (AbsolventInnen der TU Wien) |
Inhalte
Formale und Rechtliche Grundlagen
- Allgemeine formale Richtlinien, Qualitätsstandards, Kosten, Layout
- Rechtliche Grundlagen und Haftung
- Planerhebung und Dokumentation
- Organisation und Rechtsbasis der örtlichen Begehung
- Letztstand der behördlichen Vorgaben
- Konsens und Konsensmäßigkeit
Technische Gebäudebewertung
- Fundierung
- Ziegelmauerwerk
- Holzbauteile
- Aussteifungssituation, Querschnittsschwächungen
- Decken, Dachstuhl, Gesimse
- Besondere Schäden (z.B. Feutigkeitsschäden)
- Um- und Einbauten, Haustechnikeinbauten
- Statische Besonderheiten von Gründerzeithäusern
- Technische Bewertung von Instandhaltung, -setzung, Reparaturen und Restlebensdauer
Finanztechnische Gebäudebewertung
- Finanztechnische Immobilienbewertung der Restnutzungsdauer
- Fiskale Beurteilung der Restnutzungsdauer von Immobilien
Hintergrundinformationen
- Geschichtlicher Überblick: Vom Wachsen der Stadt Wien zur Gründerzeithaus-Definition
- Tatsächliche Erdbebengefährdung in Österreich
Zielgruppe
Das Spezialseminar Ingenieurbefund richtet sich an Personen mit technischem Basiswissen, die sich beruflich mit Immobilien beschäftigen und sich im Bereich der technischen Begutachtung und Bewertung von Immobilien fortbilden möchten.
Dazu zählen vorwiegend IngenieurkonsulentInnen, ArchitektInnen, ImmobilientreuhänderInnen, VertreterInnen von Baufirmen, aber auch GebäudeeigentümerInnen.
Teilnahmevoraussetzungen
Für die Teilnahme ist mindestens eine der folgenden Voraussetzungen zu erfüllen und bei der Anmeldung nachzuweisen:
- Baumeistertitel
- Abgeschlossenes einschlägiges Universitäts-/FH Studium
- Nachweis über fünf Jahre Berufserfahrung in einem einschlägigem Unternehmen
Nach Anmeldeschluss kommt es zu einem Auswahlverfahren, indem die Seminarverantwortlichen einen Mix von Personen aus spezifischen Branchen zusammenstellt.
Maximale Gruppengröße: 30 Personen
Abschluss
Sie erhalten nach Teilnahme des Seminars ein Abschlusszertifikat der TU Wien.
Seminarablauf
Das Spezialseminar findet an vier Abenden in den Räumlichkeiten der Technischen Universität Wien statt, wobei im Anschluss an den ersten Termin ein Come2gether geplant ist. Im Anschluss an die Vorträge wird eine schriftliche Prüfung sowie nach positiver Absolvierung ein Fachgespräch durchgeführt.
Nach erfolgreicher Teilnahme und Absolvierung der Prüfungen erhalten Sie ein Abschlusszertifikat und dürfen die Bezeichnung „Zertifizierter Ingenieurbefundersteller“ führen.




