03. January 2019

MSc Engineering Management - "Wo die Maschinen wachsen"


Die TeilnehmerInnen des MSc Engineering Management Programms (2018-2020) hatten das große Vergnügen in einer Abendvorlesung der österreichischen Pysikerin Prof. Ille Gebeshuber von der TU Wien am 10. Dezember 2018 einen Einblick in die höchst relevante und faszinierende Welt der "Biomimetik" zu erhalten.

Nachdem Frau Gebeshuber von 2009 bis 2015 sieben Jahre am Institut für Mikrotechnik und Nanoelektronik der National University of Malaysa verbracht hatte, kehrte sie nach Österreich zurück, um ihre Forschung an der TU Wien fortzusetzen. Inspiriert von ihren Expeditionen in den malaysischen Regenwald, veröffentlichte sie ihr Buch „Wo die Maschinen wachsen“, in dem sie ihre Vision eines wertorientierten technologischen Ansatzes beschreibt, der auf die Lösung zielt globale Probleme auf nachhaltige, ethische und verantwortungsbewusste Weise.

Im Wesentlichen ist Biomimetik die transdisziplinäre Wissenschaft (und auch Kunst), gutes Design von der Natur zu abstrahieren und auf jedes Interessengebiet anzuwenden. Hervorragende Beispiele für angewandte Biomimetika sind Velcro (ein Klettenprinzip, das von der Klettenanlage inspiriert wurde) oder Flugzeug-Winglets, die den Luftwiderstand des Flugzeugs und damit auch den Kraftstoffverbrauch (inspiriert durch die Flügelspitzenfedern von Vögeln) reduzieren sollen.

In den Bereichen Materialien, Strukturen und Prozesse wird erwartet, dass Biomimetik in Verbindung mit Nano-Engineering völlig neue Erkenntnisse liefert. Der Vogelflügelschmetterling Trogonoptera brookiana zum Beispiel realisiert die bemerkenswerten Farben seiner Flügel durch komplexe periodische Nanostrukturen. Mikrostrukturen auf Schmetterlingsflügeln sind auch für ihre wasserabweisenden Eigenschaften verantwortlich. Die Eigenschaften solcher Strukturen können mit einer Stempeltechnik auf andere Oberflächen übertragen werden. Was die Biomimetik noch nicht herausgefunden hat, ist, wie man Strukturen in gewünschten Formen anbauen kann. Man kann sich nur vorstellen, wie dies das Engineering, wie wir es derzeit kennen, letztendlich stören könnte!

Für uns als zukünftige „Engineering Manager“ war es ein beeindruckender Blick in eine neue Welt.



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