24. April 2019

Überdimensionierte Legosteine und Windräder soweit das Auge reicht


Die aktuellen Jahrgänge unseres Masterlehrganges Renewable Energy Systems verbrachten kürzlich vier Tage im Norden Deutschlands im Zuge des jährlichen Country Modules. Von 11. – 14. April 2019 besuchten sie zahlreiche Projekte und Unternehmen im Erneuerbaren Energie Sektor, um den deutschen Markt kennenzulernen und ihre Kenntnisse zu vertiefen.

In Cuxhaven, an der Mündung der Elbe ins Wattenmeer, besichtigten die Studierenden die Cuxhaven Port Development Company, ein international agierendes Unternehmen, das sich unter anderem auf die Produktion und Logistik von Offshore-Windkraftanlagen spezialisiert hat. Beeindruckend fanden die TeilnehmerInnen die tonnenschweren Einzelteile der Windräder, die am Bestimmungsort „wie überdimensionierte Legosteine“ aufeinander gesetzt werden. Zurück in Hamburg ging es hoch hinauf. Ein ehemaliger Flakbunker wurde im Stadtteil Wilhelmsburg zu einem Öko-Kraftwerk umgebaut, dass rund 1.500 Haushalte in der näheren Umgebung mit umweltfreundlicher Energie versorgt. Beim Aufstieg auf den Energiebunker bestaunten die Studierenden neben dem innovativen Projekt auch die 360° Aussicht über Hamburg und die Elbinsel. Anschließend ging es zum gemeinsamen Abendessen in die Hamburger Innenstadt.

Tag 2 verbrachte die Gruppe an der Technische Universität Hamburg Harburg. In Vorträgen des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft wurde Wissenswertes zur aktuellen Marktsituation in Deutschland vermittelt sowie ein Überblick zu Trends, Entwicklungschancen aber auch Einschränkungen gegeben. Die Studierenden der diesjährigen Abschlussklasse präsentierten im Anschluss die Ergebnisse ihrer Recherchearbeiten zum Energiemarkt in Norddeutschland und bildeten damit den Abschluss des intensiven Tages an der TU Hamburg.

Die beiden letzten Tage wurden wieder für Exkursionen in und um Hamburg genutzt. An der FH Westküste erhielten die TeilnehmerInnen Informationen zum Projekt ENTREE100 der Entwicklungsagentur Region Heide. Dort ist man dabei Lösungen für eine 100%ige Versorgung mit erneuerbaren Energien zu entwickeln und praktisch zu erproben. Am Nachmittag gab es einen spannenden Einblick in ein historisches Wasserkraftwerk. Das Kraftwerk Farchau wird heute vorrangig zur Regelung der Wasserstände des nahegelegenen Sees genutzt, der das Kraftwerk speist. Die Studierenden durften die historischen Anlagen (das Kraftwerk wurde 1926 ans Netz gehängt) besichtigen und den Start der massiven Turbinen miterleben. Da die Turbinenbremse bereits seit vielen Jahren defekt ist und die denkmalgeschützte Anlage nicht erneuert werden darf, wird heutzutage ganz rustikal mit einem Holzbrett, das unter die laufende Turbine geklemmt wird, gebremst.

Der letzte Programmpunkt wurde windig, im wahrsten Sinne des Wortes. Bereits in den 1990er Jahren hat man auf einer ehemaligen Mülldeponie in Hamburg Windkraftanlagen errichtet. Der Energieberg Georgswerder ist mit seinen Windrädern weit sichtbar und speist mit der gewonnenen Energie nahegelegene Industriebetriebe. Auch im Inneren des Berges wird Energie gewonnen: durch permanente Zersetzungsprozesse im Hügel entsteht Deponiegas mit hohem Methananteil.

Die am Country Module gewonnen Eindrücke und Informationen verarbeiten die Studierenden in Projektarbeiten, die im Zuge der kommenden Module präsentiert werden. Auch im Sommersemester 2020 findet wieder eine Auslandsreise für die aktuellen Jahrgänge statt. Auch, wenn viele Studierende bereits neugierig auf das nächste Ziel sind, müssen sie sich noch etwas gedulden. Da die Inputs so aktuell und spannend wie möglich sein sollen, wird jährlich neu entschieden, wohin es gehen soll. Aber so viel sei verraten: Unser Programmteam ist bereits mitten in der Evaluierung europaweiter Projekte für 2020 und hat schon ein paar potentielle Kandidaten gesichtet!

 >> Hier geht es zur Fotogallerie mit allen Impressionen!


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