05. May 2009

Continuing Education Center lud zu Business Evening


v.l.n.r.: DI Burkhard Feuerstein, DI Martin Schliefnig, Dr. Alexandra Gruber, Vizerektor Dr. Paul Jankowitsch

Am 29. April 2009 lud das Continuing Education Center der TU Wien gemeinsam mit dem Wirtschaftsforum der Führungskräfte und dem Young Leaders Forum zu einem Business Evening. Der Abend wurde von der Tageszeitung „Die Presse“ unterstützt.

Diskutiert wurde zum Thema „Wer investiert in Ideen? Venture Captial für TechnikerInnen.“. Es wurden wissenschaftliche Ansätze aufgezeigt, praktische Ratschläge gegeben bzw. Erfahrungs- und Erfolgsgeschichten den TeilnehmerInnen dargeboten. 

Zu Beginn stellte Vizerektor Dr. Paul Jankowitsch, Präsident der des Wirtschaftsforum für Führungskräfte fest, dass Österreich kein klassisches Unternehmerland sei- viel besser sei hier der Begriff „Beamtenland“ zu gebrauchen. Österreich liegt im internationalen Vergleich bei der Zahl an "Entrepreneurs" und Hightech-Firmengründungen bei allen Rankings zurück. 

Allerdings gibt es trotzdem viele, die zu dem Wagnis bereit sind, sich mit einer Idee selbstständig zu machen. "Wir bekommen im Jahr deutlich mehr als 1000 Beteiligungsmöglichkeiten angeboten", berichtete Burkhard Feurstein, Partner in der Venture-Kapitalgesellschaft Gamma Capital Partners.

In einem harten Ausleseprozess, so Feurstein, bleiben im Endeffekt drei bis vier Unternehmen pro Jahr übrig, in die Risikokapital investiert wird. Was sind dabei die wesentlichen Erfolgsfaktoren? Die Idee allein sei zu wenig, stellt der Finanzier fest. Dazu müssten noch zwei Dinge kommen: die richtigen Personen bzw. Organisation sowie ein ausreichend großer Markt. 

Martin Schliefnig, Mitgründer der florierenden Softwarefirma Smart Information Systems, macht deutlich, was damit gemeint ist. Von Anfang an hätten Informatiker und Betriebswirte in einem Team zusammengearbeitet. Das Problem der Finanzierung in der Startphase hat Smart Information Systems elegant gelöst: Sehr rasch wurde eine Lösung für einen Teilbereich entwickelt und damit schnell ein Referenzkunde gewonnen. "Das beweist, dass das Produkt auf dem Markt angenommen wird", so Schliefnig. Damit sei es dann relativ einfach gewesen, an Forschungsförderung und Investoren heranzukommen. 

Systematisch erforscht hat die Erfolgsfaktoren Alexandra Gruber - ihre Erkenntnisse sind auch als Buch erschienen ("Biotech Funding Trends", Wiley-VCH-Verlag). "Das Um und Auf ist ein Businessplan", sagt sie. Nur mit klaren Vorstellungen über Wertschöpfung oder Marktgröße könne man Förderagenturen und Investoren interessieren. In der Praxis sehr wichtig sei, dass Wissenschaftler und Investoren eine gemeinsame Sprache finden müssten. "Da prallen zwei Welten aufeinander." 

Da Österreich kein ausgeprägtes Risikokapitalland ist, seien öffentliche Förderungen umso wichtiger - der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) oder der Austria Wirtschaftsservice (AWS) werde international ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt, so Gruber.

Redaktioneller Beitrag "Die Presse" erschienen am 2.5.09.

 

 

 


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