12. May 2009

„Bioenergie als zentrale Säule der Energiewende“

Hermann Scheer zeigt Lösungsmöglichkeiten für die drei Weltkrisen auf


Am 11. Mai 2009 hielt Dr. Hermann Scheer, Alternativnobelpreisträger und Vorsitzender des Weltrates für erneuerbare Energien, an der Universität für Bodenkultur einen sehr beeindruckenden und mitreißenden Vortrag zum Thema „Bioenergie als zentrale Säule der Energiewende“. Er ging dabei mit den großen Energiekonzernen hart ins Gericht. Denn diese sind es, die durch ihre festgefahrenen Denkstrukturen mit dem Ziel der Gewinnmaximierung ein Umschwenken zu erneuerbaren Energieressourcen verhindern.

Als größte Herausforderung für die Gesellschaft sieht Hermann Scheer zur Zeit drei Weltkrisen: die Weltklimakrise, die Weltressourcenkrise und die Weltfinanzkrise. Die Ursachen dieser Weltkrisen liegen im falschen Ressourceneinsatz. Der Schlüssel zur Lösung liegt einzig und allein in der gleichzeitigen Bekämpfung dieser drei Krisen mit den gleichen Maßnahmen. Nicht erneuerbare Ressourcen müssen durch erneuerbare, d.h. auch nicht schadstoffhaltige Ressourcen ersetzt werden. Dem Ressourcenkreislauf darf nur das entnommen werden, was auch wieder zurück geführt werden kann. „Leider sind die Ziele für den nächsten Weltklimagipfel gefährlich bescheiden“, meint Hermann Scheer, „und wir hecheln den Zielen nur hinterher“.

Die erneuerbare Energie sollte einen viel höheren gesellschaftlichen Stellenwert haben. Bei Bio-Lebensmittel hat sich das schon durchgesetzt – dort gibt es u.a. Gütesiegel. Anstelle einer Energiesteuer schlägt Hermann Scheer eine Schadstoffsteuer vor. Konventionelle Energie würde somit umso höher besteuert werden, umso höher der Schadstoffausstoß ist.

In seinem Bezug zu Österreich hält Hermann Scheer fest, dass es auch keine volkswirtschaftlichen Argumente gegen den Einsatz von erneuerbarer Energie gibt. In Österreich, das zu 70 % von Energieimporten abhängig ist, könnten so – bei durchschnittlichen Pro-Kopf-Energiekosten von 2.500,- EUR/Jahr – immerhin 14 Mrd. EUR eingespart werden.

Die Veranstaltung wurde vom Österreichischen Biomasse-Verband und der Landwirtschaftskammer Österreich organisiert.

Das Continuing Education Center an der TU Wien bietet ein MSc Programm zum Thema „Renewable Energy in Central and Eastern Europe“ an.

Details dazu finden Sie unter http://newenergy.tuwien.ac.at.

Facts

Abschluss:Master of Science (MSc) der TU Wien
Unterrichtssprache:Englisch
Studiendauer:4 Semester, berufsbegleitend
Nächster Programmstart:15. Oktober 2009
Bewerbungsschluss:26. Juni 2009

            
Kontakt und weitere Informationen:
Technische Universität Wien
Continuing Education Center
DI Andrea Würz

Operngasse 11/017
A-1040 Wien

T: +43 (0)1 58801-41701
F: +43 (0)1 58801-41799

E: newenergy(at)tuwien.ac.at
H: http://newenergy.tuwien.ac.at


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