04. December 2012

Ländermodul “Polen-Ukraine” beim MSc Renewable Energy in CEE


Studierende vor einem 460 MW-Generator im Kraftwerk Legnica

Vom 15.-17.11.2012 waren die Studierenden des MSc-Programms "Renewable Energy in Central & Eastern Europe” (class 2012-2014) bei ihrem ersten Ländermodul in Krakau, Polen und erhielten Einblicke in die (erneuerbare) Energiesituation in Polen und in der Ukraine. Gastgeber war Prof. Adam Gula von der polnischen AGH University of Science and Technology. Diese Universität ist Polens führende technische Universität.

Am ersten Vorlesungstag stand “Polen” auf dem Programm. Die Studierenden erfuhren, wie abhängig Polen vom Energieträger Kohle ist. Erneuerbare Energieträger sind hingegen unterrepräsentiert – obwohl für Windkraft und Biomasse ein durchaus gutes Potenzial vorliegt. Prof. Gula sprach sich vehement gegen die Co-Feuerung von Biomasse gemeinsam mit Kohle in Großkraftwerken aus, da dies logistische, aber auch technische und Umweltprobleme nach sich zieht. Viel besser wäre es, Biomasse in kleinen Verbrennungsöfen lokal für die Wärmeproduktion in Dörfern und Kleinbetrieben zu nutzen.

Die Exkursion am zweiten Tag führte die Studierenden zu einem großen Braunkohlekraftwerk nach Legnica. Tatsächlich handelt es sich um die fortschrittlichste und größte Wirbelschichtkesselfeuerung weltweit. Anschließend wurde das Steinkohlewerk in Zabrze besichtigt - 360 m tief unter Tage, zur Hauptquelle unserer CO2-Probleme. Es war ein eigenartiges Gefühl unter Tage, v.a. wenn man über die früheren und heutigen Arbeitsbedingungen Bescheid weiß. Man sieht die Arbeit der Minenarbeiter mit anderen Augen, wenn man sieht, dass etliche von ihnen ihr Leben ließen oder ihre Gesundheit einbüssten – nur um den unstillbaren Hunger unserer Industriegesellschaft zu stillen. Wie harmlos ist im Gegensatz dazu Windkraft oder PV!

Am dritten Tag waren Prof. Gelethuka (Ukrainische Akademie der Wissenschaften, Ukrainischer Biomasseverband) und Dr. Rybak (Ukrainische Energieagentur) aus der Ukraine am Wort. Die Ukraine ist zwar nicht so stark von Kohle als Energieträger abhängig wie Polen, baut aber sehr stark auf Nuklearenergie, Erdgas und Wasserkraft. Windkraft, PV oder Biomasse könnten zukünftig eine wichtigere Rolle spielen, sofern fossile Energie und Kernenergie nicht so stark gefördert warden würden wie es derzeit der Fall ist.

Alles in allem erlangten die Studierenden einen guten Einblick in die (erneuerbare) Energiesituation in Polen und in der Ukraine. Sie wissen nun auch, wie man vorgeht, wenn man in Polen oder in der Ukraine in erneuerbare Energieprojekte investieren möchte. Das hohe Potenzial an Erneuerbaren in diesen beiden Ländern wartet nur darauf, entwickelt zu werden.


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