20. March 2013

Career Spotlight: Martina Prechtl-Grundnig


Martina Prechtl

Heute im Gespräch: DI Martina Prechtl-Grundnig, MSc (Geschäftsführerin, Kleinwasserkraft Österreich), Absolventin Class 2005-2007

Warum haben Sie sich für den Masterlehrgang an der TU Wien entschieden?
Ich hatte die Freude, dass ich damals als Geschäftsführerin des Energieparks Bruck/Leitha diesen Lehrgang wesentlich mitentwickeln und mitgestalten konnte. Der Energiepark hat gemeinsam mit der TU Wien dieses Projekt und somit den mittlerweile sehr erfolgreichen Lehrgang gestartet, weil wir hier eine große Lücke sahen: Der Sektor der Erneuerbaren Energie wuchs und wurde immer bedeutender, dennoch gab es in der gesamten Bildungslandschaft kaum adäquate Ausbildungsangebote – schon gar nicht im postgradualen Bereich. Um hier eine Nachfrage zu bedienen, haben wir den Lehrgang entwickelt, was einige Mühen bedeutete. Als der Lehrgang dann endlich das erste Mal starten konnte, wollte ich natürlich mit dabei sein. Ein Grund war, dass wir als Kooperationspartner im Lehrgang so eine unmittelbare Qualitätsüberprüfung anstellen konnten. Ein anderer Grund war, dass ich beruflich zwar bereits einiges an Praxiserfahrungen im Bereich Erneuerbare Energie sammeln konnte, aber noch keine umfassende Ausbildung dazu in rechtlicher, wirtschaftlicher und technischer Hinsicht erfahren hatte, und ich das als wesentlich für meine berufliche Weiterentwicklung ansah.

Inwiefern war der Masterlehrgang REN für Ihre weitere berufliche Weiterentwicklung ausschlaggebend?
Er brachte eine Erweiterung des Wissens zu Erneuerbarer Energie und Energieeffizienz und eine Erweiterung des Netzwerkes.

Was würden Sie neuen Studieninteressenten für den Masterlehrgang mitgeben wollen – was sollten diese wissen?
Sie sollen die Studienzeit aktiv nutzen, auch den Austausch mit den KollegInnen und den Vortragenden, dann können sie bestmöglich vom Lehrgang profitieren.

Es wird immer behauptet, dass Frauen ein anderes Führungsverhalten haben als Männer. Glauben Sie, dass das generell stimmt? Wie sehen Sie sich als Chefin?
Ich denke schon, dass Frauen ein anderes Führungsverhalten haben als Männer. Ich möchte hier aber keine generalisierten Beschreibungen dazu skizzieren oder eine Wertung vornehmen. Ich bin einfach überzeugt, dass der Stil in der Kommunikation, die Wege zur Lösungsfindung, die Ansätze in Analysen, etc. sich bei Männern und Frauen unterscheiden. Frauen und Männer können sich in Führungsaufgaben daher gut ergänzen. Diese Tatsache gut und bewusst eingesetzt, bringt Unternehmen sicher Vorteile.
Ich glaube es ist wichtig, sich bei der Übernahme von Führungsaufgaben treu zu bleiben und authentisch zu sein. So kann man seine Stärken am besten einsetzen. Es funktioniert also sicher nicht, wenn Frauen versuchen wie Männer zu führen oder umgekehrt.
Ich bevorzuge als Chefin einen sehr kooperativen Umgang mit den MitarbeiterInnen. Ich schätze es bei MitarbeiterInnen wenn sie eigenständig arbeiten, Ideen einbringen, Engagement zeigen und ich mich auf sie verlassen kann – aber wer tut das nicht!?
Und wie ich mich als Chefin sehe? Das ist eine Frage, die ich mir selbst immer wieder aufs Neue stelle, da ich mein Führungsverhalten stets stark reflektiere. Ich denke, bis zu einem gewissen Grad ist das auch nötig, um gut führen zu können, es kann aber mitunter auch verunsichern. Da helfen dann Gespräche mit „Außenstehenden“ – Freunde, Familienmitglieder oder einem Coach.

Welches Buch liegt zur Zeit auf Ihrem Nachttisch?
Hannah Arendt – Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen

Wie lautet Ihr Lebensmotto?
Ich halte mich für relativ spontan und lebe daher auch nach keinem bestimmten Lebensmotto – dennoch lässt sich in meinem Lebenslauf eine gewisse Konsequenz feststellen.

(Interview vom 20.03.2013)


Follow us
Impressum  Ι  Kontakt