15. August 2013

Career Spotlight: Victoria Hala


Victoria Hala

Heute im Gespräch: Mag.(FH) Victoria Hala, MSc (Projektassistentin, tatwort), Absolventin MSc „Renewable Energy in Central & Eastern Europe“ Class 2010-2012S

Sie haben an der FH Wien das Studium „Kommunikationswirtschaft“ absolviert und anschließend als PR Consultant in einer PR-Agentur gearbeitet. Wie sind Sie auf die TU Wien und den Masterlehrgang „Renewable Energy in Central & Eastern Europe“ aufmerksam geworden?

Bei november design & pr arbeitete ich in einem sehr kleinen Team und erhielt von Anfang an viel Verantwortung und Kompetenzen. Dadurch konnte ich mich sehr schnell entwickeln und Erfahrung sammeln. Nach etwa zwei Jahren hatte ich das Bedürfnis, mich weiterzuentwickeln und meine Fähigkeiten zielgerichteter einzusetzen. Kommunikation und PR liegen mir und werden immer benötigt. Gleichzeitig habe ich mich immer schon für den Bereich Nachhaltigkeit interessiert. Ich wollte mich auch hier spezialisieren, um zukünftig in beiden Interessens- und Fachgebieten, möglicherweise sogar kombiniert,  tätig sein zu können. Da für eine nachhaltige Entwicklung neue Lösungen und Weiterentwicklungen auf der Energieseite notwendig sind, war relativ rasch klar, dass der Masterlehrgang an der TU die richtige Wahl ist.
 
„Kommunikationswirtschaft“ und „Erneuerbare Energien“ – eine eher ungewöhnliche Kombination. Was haben Sie sich von einem Masterlehrgang für Erneuerbare Energien erwartet? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt?
Tatsächlich haben bisher die meisten Personen über diese Studienkombination erstaunt reagiert. Gleichzeitig fällt diese ungewöhnliche Kombination auf – bisher erhielt ich sich sehr positives Feedback darauf. Im Rahmen meiner aktuellen Tätigkeit bei tatwort Nachhaltige Projekte, kann ich beide Fachbereiche kombinieren. Ich arbeite einerseits an Kommunikationsprojekten im Bereich Nachhaltigkeit. Gleichzeitig bin ich in Forschungsprojekte im Bereich Erneuerbare Energie involviert. Beim Projekt Plus-Energie-Check wird beispielswiese eine umfangreiche Software entwickelt, mit der schnell und einfach feststellbar ist, ob und unter welchen Voraussetzungen ein Gebäude im Plus-Energie-Standard umgesetzt werden kann. Das Projekt Biogas-Smart-Business beschäftigte sich damit, alternative Geschäftsmodelle für Biogasanlagenbetreiber zu entwickeln. Ein besonders spannendes Projekt wird auch PV-Dachgarten sein, bei dem tatwort in einem breiten Konsortium aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenarbeitet. Dafür hat tatwort erst kürzlich die Förderzusage erhalten – Ziel ist es integrierte, modulare Konzeptlösungen für eine Kombination der Dachnutzung als Garten, Lebensraum und Photovoltaik-Stromerzeugung für unterschiedliche Gebäudenutzungen zu entwickeln. In meinem Beruf kann ich nun tatsächlich beide Fachgebiete vereinen.
 
In Ihrer Klasse des MSc-Programms lag der Frauenanteil bei 20 %. Was raten Sie jungen Kolleginnen für ihre Karriere?
Keine Scheu vor der Männerdomäne zu haben und Denkmuster zu durchbrechen. Ich erinnere mich an eine Veranstaltung über die Zukunft der Stromnetze bei Wien Energie, bei der mit mir genau zwei Frauen unter lauter grauen Herrenanzügen waren. Auch Frauen können sich für Technik interessieren – nicht nur beim Vorstellungsgespräch für das Studium, auch im Bekanntenkreis wurde ich oft darauf angesprochen: „Aber ist das nicht zu technisch? Fehlt dir da nicht die Wissensbasis?“ Frauen haben andere Fähigkeiten als Männer und ich denke die Branche merkt zunehmend, dass diese durchaus nützlich sein können. Als Frau fällt man auf mancher Fachveranstaltung oder in manchen Projekten im Bereich Erneuerbare Energie noch auf. Frauen sollten das für sich als Vorteil nutzen und auf Fachveranstaltungen ja kein graues Kostüm tragen.
 
Sie waren eine der drei jüngsten TeilnehmerInnen in Ihrer Klasse. Haben Sie bereits während des Studiums Kontakte für Ihre weitere Karriere knüpfen können bzw. nützliche Impulse erfahren?
Durchaus! Nicht selten erzähle ich von den zahlreichen Exkursionen, die einem veranschaulicht haben, wie Erneuerbare Energie in der Praxis aussieht. In fast jedem Projekt findet sich ein Anknüpfungspunkt: Lektoren und Vortragende aus dem Studium werden nun im Berufsleben zu Projektpartnern. Das ist sehr schön in Österreich – die Branchen sind überschaubar und wenn einmal die relevanten Kontakte geknüpft wurden, kann immer wieder darauf zurückgegriffen werden.
 
Welche beruflichen Pläne haben Sie für die nächsten 3-5 Jahre?
Meine Zielsetzung auf der fachlichen Ebene ist es, meine praktischen Erfahrungen im Bereich Erneuerbare Energie in diversen Forschungsprojekten zu vertiefen. In Bezug auf meine Kompetenzen sehe ich mich bis dahin in einer projektleitenden Position in Forschungsprojekten.
 
Wenn Sie einen Tag die Welt regieren dürften, was würden Sie verändern?
Um die Weltwirtschaft nachhaltiger zu gestalten reicht ein Tag nicht aus. Was es braucht sind langfristige Perspektiven, Pläne und ehrliche, realisierbare Zielsetzungen verknüpft mit einer umsetzbaren Strategie und einer integrierten Expertise unterschiedlicher Fachdisziplinen. Es braucht jemanden, der alle relevanten Akteure zusammenbringt und gleichzeitig den Überblick nicht verliert. Wenn ich einen Tag die Welt regieren dürfte, würde ich versuchen Experten, Meinungsführer und Entscheider aller (wirklich aller) Länder dieser Welt an einen Tisch zu bekommen, um gemeinsam einen nachhaltigen Weg für unsere einzige Erde zu entwickeln, der unterschiedliche Entwicklungsbedürfnisse verschiedener Länder zulässt.
 
(Interview vom 09.08.2013)


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