11. December 2013

Career Spotlight MSc Programm "Renewable Energy in Central & Eastern Europe"


Heute im Gespräch mit DI (FH) Franz Mühlbacher, MSc (Frequentis AG) Renewable Energy in Central & Eastern Europe Class 2008-2010

1) Warum haben Sie sich für den Masterlehrgang an der TU Wien entschieden?

Ausschlaggebend war eine sehr intensive und auch teilweise belastende Berufsphase, die mich veranlaßte meinen Lebensstil, meinen Umgang mit Ressourcen (auch persönlichen) zu überdenken. Man kann ruhig sagen, dass ich mir eine Art Sinnfrage gestellt habe.

Das Thema Erneuerbare Energie interessierte mich damals schon und es war zudem medial präsent, was es ja heute nach wie vor ist. Über ein Zeitungsinserat stieß ich dann konkret auf das Masterstudium und musste nicht lange überlegen. Obwohl es mit meinem unmittelbaren beruflichen Aufgabenfeld kaum Schnittstellen gab, woran sich auch bis jetzt nicht viel geändert hat, empfand ich es als stimmige Perspektive mich weiterzuentwickeln.

So ging ich im Herbst 2008 an den Start.

2) Inwiefern war der Masterlehrgang REN für Ihre weitere berufliche Weiterentwicklung ausschlaggebend?

Wie gesagt, kann ich das erworbene Wissen nicht unmittelbar in mein Berufsleben einbauen. Aber zumindest in beratender Funktion – als Mitglied des betrieblichen Umweltausschusses – ist es mir möglich, die eine oder andere Idee einzubringen, um darauf einzuwirken möglichst ressourcenschonend zu arbeiten. Mein unmittelbares berufliches Umfeld reagierte auch positiv auf meinen Weiterbildungsentschluss.

Mittelfristig ist es aber definitiv mein Ziel die Thema Erneuerbare Energie zum meinem Beruf zu machen. Diesen September absolvierte ich – als Auffrischung und Weiterbildung – den Energieeffizienzbeauftragten-Kurs der TU Wien.

3) Was würden Sie neuen Studieninteressenten für den Masterlehrgang mitgeben wollen – was sollten diese wissen?

Meine Grundbotschaft lautet: Bei bestehendem Interesse - Anmelden, Bewerben, Machen. Das Studium hat eine sehr große Bandbreite und deckt nahezu alle Aspekte der Erneuerbaren Energien ab. Dabei ist klar, dass nicht jedes Thema bis ins letzte Detail behandelt werden kann. Details zu einzelnen Themen kann man sehr gut mit Eigeninitiative erforschen. Wer sich vertiefend Kenntnisse erwerben will, soll einfach auf die Lektoren zugehen und fragen, fragen, fragen…., denn es besteht im Lehrgang absolut die Offenheit seitens der Lektoren, sich mit einzelnen Studierenden gewisse Detailfragen genau anzusehen. Generell trifft man spannende Vortragende, was ebenso für die StudienkollegInnen gilt. Alleine die Arbeit mit Gleichgesinnten macht das Studium äußerst empfehlenswert.

4) Wie hat das Studium Ihren privaten Lebensstil verändert?

Nun, ich versuche möglichst ohne Auto auszukommen. Ich bewege mich in der Stadt meist öffentlich oder per Rad. Beim Thema Wohnen frage ich mich in der letzten Zeit immer mehr, ob ich den tatsächlich soviel Wohnfläche (= Energie) brauche. Dazu wurde ich auch durch meine aktuelle Lektüre (siehe Frage 6) sehr motiviert. Der Kurs zum Energieeffizienzbeauftragten hat mich zudem motiviert meinen Stromverbrauch mittels eines Messgeräts aufzuzeichnen, um die größten Verbraucher im Haushalt herauszufinden. Diese Eigensensibilisierung finde ich einen sehr wichtigen Schritt in Richtung Optimierung des Energieverbrauchs bzw. Vermeidung von Energieverbrauch.
Beim Einkaufen versuche ich Produkten „Made in China“ zugunsten regionaler Ware möglichst aus dem Weg zu gehen, was bei manchen Produktgruppen (z.B. Textilien) schon fast nicht mehr möglich ist.

5) Was war Ihr witzigstes Erlebnis während Ihrer REN-Studienzeit?

„Welcome to Mureck“ wurde nach einem Besuch einer Schiffsmühle in Mureck zu einem „running gag“ in unserem Jahrgang. Der Betreiber der Schiffsmühle, ein bodenständiger Steirer um die 80, begrüßte wortreich unsere Gruppe. Da er nicht Englisch sprach, war einer unserer Kollegen bereit, auf Englisch simultan zu übersetzen. Die umfangreiche Begrüßung wurde auf ein knappes „Welcome to Mureck“ komprimiert. Zudem war die Ausdrucksweise des Betreibers nicht immer „political correct“, was aber dann ebenfalls durch die Übersetzung gekonnt gefiltert wurde.

Ein anderes Erlebnis ist mir auch noch in Erinnerung geblieben. Bei einem der intensiven Wochenmodulen beim Energiepark Bruck/Leitha hatte ich ein sehr anregendes Gespräch mit Prof. Hofbauer von der TU Wien.

Meine StudienkollegInnen waren irgendwie ohne mich zum Mittagessen aufgebrochen und so blieben Prof. Hofbauer und ich alleine zurück und unterhielten uns in der Cafeteria ganz ungezwungen aber intensiv über Verbrennungstechnik und Kachelöfen.

6) Welches Buch lesen Sie gerade?
Niko Paech:  „Befreiung vom Überfluss“ „Nachhaltiges Wirtschaften jenseits von Innovationsorientierung und Wachstum“

(Dies ist sozusagen die wissenschaftliche Grundlage zum Thema Postwachstumsökonomie des ersteren Titels).

Interviewdatum: 31.10.2013


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