17. February 2014

Bericht vom ersten der drei ETIA Talks – ein grosser Erfolg


Am 23. Januar 2014 startete die Serie der ETIA Talks mit einer Experten-Diskussion zum Thema “WASTE[D] EFFORTS – Affording Waste Management in Developing Nations” mit großem Publikumsandrang.

Für Christoph Scharff, Vorstandsmitglied der Austria Altstoff Recycling AG (ARA), ist der wichtigste Schritt beim Müllsammeln: "Nur gesammelten Müll kann man auch verarbeiten." Dass dies in vielen Entwicklungsländern von sogenannten "waste pickers", also Müllsammlern, gemacht wird, bringt auch die soziale Komponente des Abfallthemas zum Vorschein.

So gehören die Millionen weltweit tätigen "waste pickers" oft zu den untersten Schichten der Gesellschaft, sind gesundheitlich schädlichen Stoffen ausgesetzt und verdienen oft nur wenig Geld, obwohl sie wichtige Arbeit leisten. Eine Untersuchung der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2010 zeigt, dass die "waste pickers" in Städten in Entwicklungsländern zwischen 50 und 100 Prozent des gesammelten Mülls sammeln.

Für Heinz Leuenberger von der Unido, der Organisation für industrielle Entwicklung der Vereinten Nationen, sind die Müllsammler zudem ein essenzieller Bestandteil für Abfallverwertungsstrategien in Entwicklungsländern. Deshalb regt Leuenberger an, diese Mitarbeiter des "informellen Sektors" auszubilden, damit sie den Müll besser trennen und zerlegen können. Das Recycling soll dann weiterhin von Unternehmen in Europa, den USA oder China vorgenommen werden. Diese würden bereits über das passende Know-how verfügen.

Den Müll vor Ort als Ressource zu nutzen sei in Entwicklungsländern schwierig. Organischer Müll eigne sich zum Düngen, Abfall als Energiequelle lasse sich aber laut Leuenberger nicht überall umsetzen. Vor allem die schwankenden Strompreise in den betroffenen Ländern machten es für Investoren schwer, Müllverbrennungsanlagen zu finanzieren und langfristig zu betreiben.
Globale Lösungen für das Abfallbeseitigungsproblem gibt es immer noch nicht. Die Experten des Etia Talk waren sich am Ende der Diskussion vor allem in diesem Punkt einig, dass Müll eines der dominierenden Themen der Zukunft sein wird. Immerhin zeigt eine Weltbank-Studie aus dem Jahr 2012, dass der weltweite Müll bis zum Jahr 2025 von 1,3 Milliarden auf 2,2 Milliarden Tonnen ansteigen wird. Die Kosten für Müllbeseitigung werden damit von 205 Milliarden Dollar (rund 152 Milliarden Euro) auf 375 Milliarden Dollar (rund 277 Milliarden Euro) steigen.
Auszug aus: DER STANDARD, 27.2.2014

Für den nächsten ETIA Talk am 20. März bitte um Anmeldung unter: etiatalks(at)gmail.com – Freier Eintritt!

Impression vom 23. Januar unter: http://etiatalks.com/gallery/


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