20. June 2014

Fußball-WM und Membranbauten


Arena do Amazônia, Manaus (c) gmp

Bei der kürzlich gestarteten Fußballweltmeisterschaft stehen sie – neben den Fußballspielern – im Rampenlicht: die Fußballstadien, in denen die derzeit laufenden WM-Spiele ausgetragen werden.  Von den 12 Stadienin Brasilien sind nicht wenige mit Membrankonstruktionen überdacht.

Im Estádio do Maracanã in Rio De Janeiro (Schlaich Bergermann Partner) beispielweise basiert die Dachkonstruktion auf dem Speichenradprinzip mit nur einem Druckring und insgesamt drei Zugringen. Anstelle des alten Kragdaches wurde ein neues und größeres Dach aufgelagert, das mit PTFE-Glasfabermembranen eingedeckt wurde.

Bei der Arena de Amazônia in Manaus von gmp setzt sich die Dachkonstruktion aus gegenseitig aussteifenden Kragarmen zusammen, deren Stahlhohlkastenträger auch als große Rinnen dienen, die die enormen Wassermassen der tropischen Niederschläge aufnehmen können. Das Dacht geht – um dem heißen und feuchten Klima am Amazonas Rechnung zu tragen – in eine Fassade über,  die auch die Zuschauerumgänge verschattet. Die Dach- und Fassadenfelder bestehen aus transluzentem Glasfasergewebe.

In Salvador da Bahía wurde die neue WM-Arena Fonte Nova errichtet. Bei der Dachkonstruktion handelt es sich um eine geschlossene Ringkonstruktion nach dem Speichenradprinzip.  Bei dieser Dachkonstruktion wird die Dachmembran zwischen den Seilringen angeordnet um so eine maximale Leistungsfähigkeit bei geringstem Materialaufwand zu erreichen. Die extrem hohen Luftstützen durchstoßen das Dach und ergeben so ein statisch wirksames konstruktives System. Das Gewicht des Daches liegt bei nur 45 kg/m² - somit ist es eine der leichtesten Dachkonstruktionen weltweit.

Auch die TU Wien beschäftigt sich mit Membranbauten und bietet im Bereich der Weiterbildung den MEng Membrane Lightweight Structures an. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf unserer Lehrgangswebsite.


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