24. March 2015

10 Jahre Gemeinsame Agrarpolitik in Osteuropa: Lessons Learned and the Path Ahead


Die zweite ETIAtalks Podiumsdiskussion dieses Jahres fand am 3.März 2015 im Festsaal der Diplomatischen Akademie statt. Als Experten zu diesem Thema waren Thomas Resl (Direktor des Österreichischen Instituts für Agrarwirtschaft), Ursula Bittner (Manager der  Danube Soy Association und der Austrian Soy Association), Klaus Salhofer (Professor am Institute für Nachhaltige Wirtschaftliche Entwicklung, BOKU Vienna) und Robert Lukesch (ÖAR Österreichische Regionalberatung) als Moderator eingeladen.


Die Diskussion behandelte die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP), welche durch ihre zentrale Rolle für regionale Entwicklung auch oft kritisiert wird. Ein besonderer Fokus wurde in diesem Talk auf die EU Mitglieder der Osterweiterung 2004 gelegt. Nach der Aufnahme in die EU und der Restrukturierung landwirtschaftlicher Strukturen kann, auch dank der Förderungen, ein positiver Einkommenstrend festgestellt werden. Da jedoch viele Mittel der EU in Maschinen und weniger in eine nachhaltige regionale Entwicklung investiert wurden, ist die Produktivität in der Region immer noch vergleichsweise niedrig.


Schwachpunkte die von den Diskutanten angesprochen wurden waren unter Anderem das Fehlen einer EU Protein-Strategie die den Import von genmodifizierten Soja und Getreide für die Viehzucht von anderen Ländern verringern soll. Des Weiteren darf von der GAP nicht erwartet werden, dass sie Probleme löst, die  nur peripher mit der Agrarpolitik verbunden sind. Ein Beispiel dafür sind soziale Probleme oder soziale Ungleichheit, die nur durch ein Ensemble von Maßnahmen verringert werden können. Ein anderer Punkt der angesprochen wurde, ist der oft nicht korrekte Anspruch der Förderungen, da diese an den Landbesitzer gehen und nicht an den Pächter. Dies ist ein signifikantes Problem, da zum Beispiel in Deutschland 60% des Ackerlandes verpachtet ist. Auch viele Vorschläge für eine verbesserte GAP wurden diskutiert wie zum Beispiel, dass Förderungen nicht über Hektar Land sondern über die Anzahl der Angestellten vergeben werden könnten.


Während der Diskussionsrunde konnten die Experten auf zahlreiche Fragen aus dem Publikum eingehen, im Anschluss wurde das Thema in Gesprächen am Buffet weitergeführt.


Ziel der ETIAtalks Veranstaltungsreihe ist es, Menschen für verschiedene aktuelle Themen und die Fülle damit verwobener Aspekte und Perspektiven zu sensibilisieren. Experten aus Wirtschaft, Politik, und Forschung wie auch Studenten genossen die lebhaften Diskussionen und die offene Atmosphäre zwischen den verschiedenen Disziplinen.

Die nächste Veranstaltung “TTIP and GMOs - new resource or unnecessary evil?” findet am 30. April um 18:30 Uhr im Festsaal der Diplomatischen Akademie statt. Weitere Informationen finden Sie auf www.etiatalks.com.


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