04. December 2015

Highlights der MSc ETIA Exkursion nach Simmering


Blick auf eines der 15 Nachklärbecken

Am 18. November 2015 unternahmen die TeilnehmerInnen des 8. MSc ETIA Lehrgangs eine Exkursionzu zwei der bedeutendsten Infrastrukturanlagen der Stadt Wien: die Wiener Hauptkläranlage und die Müllverbrennungsanlage Pfaffenau.

Die Wiener Kläranlage ist eine der größten und modernsten Anlagen in Europa. Sie wurde auf einer Fläche von 44 ha erbaut, um das Abwasser von 1.7 Mio. Menschen zu reinigen. Das Gelände befindet sich am tiefsten Punkt Wiens, da das Ab- bzw. das Regenwasser der Stadt mit Hilfe der Schwerkraft durch die Abwasserkanäle transportiert werden. Die Kläranlage in Simmering beschäftigt 150 Mitarbeiter und arbeitet 24 Stunden am Tag. Sie hat 2 wichtige Stufen: die mechanische Reinigung des Abwassers, gefolgt von der  biologischen Reinigung. Dank dieses Verfahrens kann der Stickstoffanteil im Wasser um 95% reduziert werden, was einen großen Einfluss auf die Wasserqualität der Donau hat.

Die Kläranlage in Wien Simmering ist Teil des Projektes EOS (Energy Optimisation Sludge Treatment), die zum Ziel hat, aus dem Klärschlamm Biogas zu erzeugen. Das Biogas soll für die effizientere Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme genutzt werden. Die Arbeiten für die neuen Anlagen haben bereits begonnen und stellen eine enormen logistischen Herausforderung dar, da die Kläranlage stets in Betrieb bleiben muss.

Danach ging es weiter zur Müllverbrennungsanlage Pfaffenau, wo seit 2008 Siedlungsabfall und Sperrmüll verarbeitet werden. Der Ort wurde bewusst gewählt, da man sich in der Nähe der Autobahn befindet, die Verbrennungsanlage für gefährlichen Müll, einige Forschungseinrichtungen sowie die Biogasanlage gleich ums Eck liegen. In den Augen des Wiener Abfallmanagements ist Müll ein wertvolles Gut, mit dem sich Energie erzeugen lässt. Und genau das wird in der Pfaffenau gemacht. Das zuständige Magistrat MA48 hat 200 Kraftfahrzeuge für den Mülltransport.  Die Wagen werden immer gewogen und auf Radioaktivität geprüft. Der Verbrennungsprozess  findet in einem 1000°C heißen Ofen statt, wobei die Abgase zur Energieerzeugung genutzt werden. Dieses Konzept heißt „Wärme zu Wasser“ und hat eine Effizienz von 76%. Bevor die Abgase in die Atmosphäre gelangen, werden sie durch vier Prozesse gereinigt. Deshalb ist die emittierte Luft von bester Qualität.


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