18. April 2016

Volle Kraft voraus nach anstrengenden Vorlesungstagen


Bericht MSc Renewable Energy in Central & Eastern Europe (Class 2015-2017) –  Modul 4 “Wind & Wasser”
(von Ralf Roggenbauer)

Am 13. April 2016 begab sich unser MSc Kurs auf eine besondere Mission, um Bruck an der Leitha‘s Kleinwasserkraftwerk und ersten Windpark zu erkunden. Nicht nur die besuchten Orte waren etwas Besonderes, sondern auch die Art dorthin zu gelangen. Die Stadtgemeinde hatte jedem Teilnehmer ein Elektro-Fahrrad zur Verfügung gestellt, sodass wir das gute Wetter optimal nutzen konnten und nach all dem Herumsitzen im Hörsaal auch ein wenig Sport machen konnten.

Zunächst erreichten wir nach einer kurzen Fahrt durch einen englischen Landschaftspark, den Harrachpark, das Kleinwasserkraftwerk. Es liegt in einem privaten Garten am Leitha-Kanal. Der Leitha-Kanal ist, wie der Name schon sagt, ein künstliches Gewässer von etwa 40 km Länge parallel zur Leitha. Das Wasser des Flusses Leitha speist den Kanal mit nahezu konstanten 10 m³ pro Sekunde. Der Kanal wurde vor etwa 100 Jahren gebaut, um eine Kette von sechs Kleinwasserkraftwerken zu betreiben, die ursprünglich Strom für lokale Industrien produzierten. Heute sind immer noch fünf Kraftwerke in Betrieb. Ihr Strom wird heute in das regionale Netz der Energie Burgenland und der EVN eingespeist. Das letzte Kraftwerk in der Kette befindet sich in Bruck an der Leitha mit einer Fallhöhe von 4 Metern. Die installierte elektrische Leistung liegt bei 180 kW. Es gibt eine Propellerturbine mit 1,7 Metern Durchmesser und einen durch einen Riemen angetriebenen Generator.

Nach dem Besuch des Wasserkraftwerkes ging es nach einer kurzen Kaffeepause mit dem Fahrrad weiter zu Brucks erstem Windpark. Dieser wurde im Jahr 2000 auf einer kleinen Anhöhe im Westen der Ortschaft errichtet. Es wurden durch den Energiepark Bruck fünf Enercon-66 Windkraftanlagen aufgestellt. Sie verfügen über eine installierte Leistung von jeweils 1,8 MW. Die durchschnittliche Windgeschwindigkeit am Standort beträgt 7 m/s, was einen hervorragenden Standort für den Betrieb eines Windparks ausmacht. Nach dem Aufstieg eines Windrades hatten wir einen herrlichen Ausblick auf die Umgebung und umliegenden Turbinen. Nach intensiven Diskussionen zum Thema Windkraft begaben wir uns noch in den malerischen Winzerort Göttlesbrunn zum Mittagessen. Nach all dem Radfahren und Klettern war es ein verdienter Abschluss eines unvergesslichen Feldtages.


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