11. April 2017

Ländermodul Deutschland 2017: MSc Renewable Energy Systems besucht Hamburg


Vom 6. bis 9. April reisten die Jahrgänge 2015 und 2016 des MSc Renewable Energy Systems nach Norddeutschland um dort an einem Seminar über erneuerbare Energie in Deutschland teilzunehmen.

Mehr Bilder finden Sie in unserer Photo Gallery oder in diesem Video!

Am ersten Tag besuchten sie die Insel Pellworm in der Nordsee mit Bus und Fähre. Die Insel hat 1150 EinwohnerInnen und hat sich zum Zentrum für erneuerbare Energie in Schleswig-Holstein entwickelt. Das Seminar wurde von Herrn Wolf von e.on geleitet. Die erste Photovoltaik-Anlage wurde bereits 1983 (!) mit einer Kapazität von 300 kWpk auf der Insel errichtet. Heute gehört die Anlage zu e.on und wurde auf 750 kWpk erweitert und mit großen Redox-flow- und Lithiumbatterien ausgestattet. Auf der Insel befinden sich außerdem eine 550kW Biogas-Anlage und sechs 3MW Windturbinen. Die Idee dahinter war, alle auf der Insel verfügbaren erneuerbaren Energieressourcen zu nutzen und sie mit chemischen Speicherverfahren zu verbinden, um die Möglichkeiten zur Selbstversorgung maximal auszuschöpfen. Mit diesen Maßnahmen wurde eine Energie-Autarkie von 97,5% erreicht. Dieses Vorbild wird nun in anderen Teilen von Schleswig-Holstein umgesetzt. Bevor die TeilnehmerInnen wieder mit der Fähre auf das Festland zurückreisten, lernten sie die Insel bei einer geführten Tour noch näher kennen.

Den zweiten Tag des Ländermoduls verbrachte die Gruppe an der Technischen Universität Hamburg-Harburg, wo Professor Kaltschmidt zu einem lehrreichen Tag mit Präsentationen über die Situation der erneuerbaren Energie und aktuelle Entwicklungen in Deutschland einlud. Gemeinsam mit Professor Haas und Professor Ajanovic von der TU Wien arbeiteten die Studierenden zu ausgewählten Stoffgebieten und präsentierten ihre eigenen Themen aus dem Feld der erneuerbaren Energie in Deutschland.

Am dritten Tag besuchte die Gruppe das Unternehmen „ Global Renewable Ship Brokers (GRS)“ in der Innenstadt von Hamburg. Herr Börner, einer er Broker, hieß die TeilnehmerInnen willkommen. GRS ist weltweit der größte Shipbroker im Bereich der offshore Windenergie. Sie haben die Kapazität jederzeit Schiffe für Turn-key offshore Windenergie-Projekte zur Verfügung zu stellen. Am Nachmittag fuhr die Gruppe nach Cuxhaven, wo sich Deutschlands Windenergie-Center befindet. Herr Schneider, zuständig für Business Development bei Rhenus-Cuxport, hielt einen Vortrag und führte die Gruppe durch den Hafen. Dieser Tag war ein eindrucksvoller Einblick in den offshore Windenergie-Sektor.

Am vierten und letzten Tag besuchte die Gruppe am Vormittag das Pumpspeicherkraftwerk von Vattenfall in Geesthacht an der Elbe am östlichen Stadtrand von Hamburg. Frau Tolmin, die Leiterin der Anlage, hieß die TeilnehmerInnen willkommen. Dieses Pumpspeicherkraftwerk ist gemacht dafür, die schwankende Energieproduktion von Wind- und Photovoltaikkraftwerken auszugleichen. Diese Netzstabilisierung ist sogar in Deutschland in ihrer Bedeutung unterschätzt und ist technologisch und wirtschaftlich effizienter als die Nutzung von großen Batterien. Der Pumpspeicher kann sich selbst bei einem Black-Out neu starten und kann auch dafür verwendet werden, in Spitzenzeiten zusätzliche Elektrizität zur Verfügung zu stellen. Das Kraftwerk kann innerhalb von 1 ½ Minuten in Betrieb gehen und kann 144 MW in einer Zeitspanne von bis zu fünf Stunden zur Verfügung stellen.

Alles in allem war dieses Seminar ein perfekter Einstieg in das erneuerbare Energiesystem Deutschlands.

Detaillierte Informationen zum MSc „Renewable Energy Systems“ finden Sie unter http://newenergy.tuwien.ac.at.


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