17. May 2017

Heute im Gespräch mit: Kirsten Virginia Glenn, BSc MSc (Associate Project Analyst, IAEA) MSc ETIA Alumna Class 2013-2015


 

1.   Warum haben Sie sich für den ETIA Masterlehrgang an der TU Wien entscheiden?
Nachdem ich an der Universität Wien meinen Bachelor im Fach Ernährungswissenschaften erhalten hatte, wollte ich einen Master im Bereich Umwelttechnologie „draufsetzen“, da Ernährung und Umwelt meiner Meinung nach Hand in Hand gehen. Beide Gebiete sind global gesehen wichtig, v.a. für das menschliche Wohlergehen. Die Klimaerwärmung stellt eine Bedrohung für das weltweite Nahrungsangebot dar und deren Auswirkungen haben bereits zu einer Erhöhung des Meeresspiegels, vermehrten Dürreperioden und einer verringerten Anzahl von Frischwasserquellen geführt. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, den ETIA Masterlehrgang an der Diplomatischen Akademie Wien und der Technischen Universität Wien zu besuchen, da diese Themen in Zukunft an Einfluss gewinnen werden. Außerdem wollte ich meine Kenntnisse hinsichtlich „International Affairs“ ausbauen, da ich als Tochter eines US-Diplomaten in mehreren Ländern aufgewachsen bin und ich mich somit immer schon für andere Kulturen und Sprachen interessiert habe.


2.    Was würden Sie neuen Studieninteressenten für den Masterlehrgang mitgeben wollen – was sollten diese wissen?

Meiner Meinung nach sollte sich jeder Bewerber genau darüber im Klaren sein, dass ETIA ein multidisziplinärer Studiengang ist – man wird weder im Bereich „International Affairs“ noch im Gebiet der Umwelttechnologie ein Experte werden; der Erfolg eines jeden Studenten hängt von dessen bisherigem akademischem Werdegang und persönlichem Interesse ab. Ich kann mich gut erinnern, dass manche Studenten mit einem naturwissenschaftlichen Hintergrund das erste Jahr an der Diplomatischen Akademie als Herausforderung betrachtet haben, wohingegen viele mit einem geisteswissenschaftlichen Hintergrund das TU Jahr als besonders anspruchsvoll erlebt haben.


3.    Was hat Ihnen der Lehrgang persönlich gebracht?

Ich konnte vom Studium in zweierlei Hinsicht profitieren: zum Einen vom Networking und den wertvollen Karrieretipps die ich erhalten habe, zum Anderen vom interdisziplinären Charakter des Studiums selbst.
So hatte ich die Möglichkeit, während meiner Zeit an der Diplomatischen Akademie und TU Wien, viele Menschen aus verschiedenen Bereichen kennenzulernen (z.B. Professoren, Gastvortragende, Manager) und deren Tipps bezüglich Karrieregestaltung zu sammeln. Außerdem habe ich viele Alumni kennengelernt, mit denen ich noch bis heute einen intensiven Kontakt pflege und die ich nach wie vor zu meinem Freundeskreis zähle. Besonders interessant fand ich die „Career Talks“ bei denen sich Firmen an der Diplomatischen Akademie vorgestellt haben – oft waren die Vortragenden sogar ehemalige ETIA/MAIS/DLG Absolventen. Mein „Career Meeting“ mit Frau Dr. Elisabeth Hofer, Leiterin des Studien Service Centers und des Career Centers an der Diplomatischen Akademie in Wien, fand ich am nützlichsten, da Dr. Hofer mir wertvolle Tipps hinsichtlich der optimalen Gestaltung meines Lebenslaufs gegeben hat – es ist mir gelungen meine Individualität zusammen mit meinen Qualifikationen darzustellen und ich glaube, dass ist es, wonach jeder Personalchef sucht.
ETIA vereint viele verschiedene Fächer deren Zusammenhang im ersten Augenblick möglicherweise nicht klar ersichtlich scheinen – es ist jedoch genau diese Multidisziplinarität des Studiums die mir heute im Job zu Gute kommt und einen Vorteil beschaffen hat: so schaffe ich es nun komplexe Beziehungen zwischen der Umwelt und Internationalen Angelegenheiten herzustellen, die es mir ermöglichen die Entwicklung von Rechtsvorschriften und Gesetzen im Bereich der nuklearen Applikationen in Wissenschaft und Technik  voranzutreiben.


4.    Welche Erinnerungen haben Sie, wenn Sie an den Lehrgang denken? Was waren Ihrer Meinung nach die Highlights?

Ach, da denke ich doch gleich an viele Stunden die beim Lernen und Feiern draufgegangen sind  War nur ein kleiner Scherz, oder doch nicht?
Natürlich mussten wir harte Arbeit leisten, aber die Freundschaften die man geschlossen hat, sowohl innerhalb des ETIA Masterlehrgangs als auch mit anderen Studenten der Diplomatischen Akademie waren es wert! Mir hat es sehr gut gefallen „Course Speaker“, also Jahrgangssprecher zu sein, da ich mich somit wöchentlich mit meinen Pendants der anderen Masterlehrgänge getroffen habe, um aktuelle Themen, Wünsche und Beschwerden zu besprechen. Weiters hat diese Position auch dazu geführt, dass wir Studenten intensiveren Kontakt mit der Administration und den Professoren der TU bzw. Diplomatischen Akademie hatten, was so zu mancher Verzweiflung aber auch guter Zusammenarbeit geführt hat.
Besonders gut ist mir unsere Studienreise nach Brüssel in Erinnerung geblieben – wir hatten die Möglichkeit alle EU Institutionen sowie die NATO zu besuchen und haben somit viel über deren Funktionsweise lernen können. Eine große Enttäuschung war leider die Tatsache, dass ETIA Studenten nicht an der Balkan Studienreise (zusammen mit anderen Studenten der Diplomatischen Akademie) teilnehmen durften – ich hoffe dies wird sich in Zukunft ändern! Immerhin konnten wir den Französischkurz der Diplomatischen Akademie besuchen - les cours étaient très amusants et je n'oublierai jamais mes professeurs et collègues! Ein großes Highlight ist, nach wie vor, der Ball der Diplomatischen Akademie, der jedes Jahr aufs Neue von den Studenten organisiert wird.


5.    Welche beruflichen Pläne haben Sie für die nächsten 3-5 Jahre?

Ich habe im Dezember 2016 meinen Job als „Associate Project Analyst“ bei der Internationalen Atom-Energie Behörde (IAEA) in Wien begonnen, in der Abteilung der Technischen Kooperation für Lateinamerika und die Karibik. Ich freue mich sehr in so einer angesehenen internationalen Organisation zu arbeiten und hoffe noch mehrere Jahre hier, oder in Zukunft in einer anderen internationalen Organisation, angestellt zu sein. Natürlich würde mich die Arbeit als Diplomatin auch reizen, da ich aufgrund der Beschäftigung meiner Eltern im diplomatischen Umfeld aufgewachsen bin. Ich glaube, dass meine Berufserfahrung sowie die Vielfältigkeit meiner Ausbildungen in den Bereichen Ernährung, Umwelt und „International Affairs“ eine ausgezeichnete Basis für weiterführende Positionen in internationalen Organisationen bzw. einer Regierungsabteilung bieten.


6.    Was sind Ihre Hobbys?

Meine Hobbys sind sehr breit gefächert und umfassen das Reisen, Sprachen lernen, Lesen und Snooker spielen. Da ich sehr kreativ bin, versuche ich mich im Malen (mit Öl- und Acrylfarben), Tanzen (ich liebe Salsa!), Singen und Klavier bzw. Gitarre spielen auszudrücken. Natürlich verbringe ich auch gerne Zeit mit guten Freunden und meinen Verwandten, hier in Österreich und in den USA.


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