12. July 2017

100% erneuerbarer Strom in Österreich bis 2030


© IG Windkraft

Kann in Österreich überhaupt so viel Strom auf umweltfreundliche Weise erzeugt werden? Mit der Studie „Stromzukunft 2030“ der TU Wien wurde erstmals ein detailliertes Szenario für den Umbau des österreichischen Stromsystems vorgelegt. Das Ergebnis: 100% erneuerbarer Strom bis 2030 ist technisch möglich und bringt ökonomische Vorteile.

„Laut unseren Berechnungen müssten rund 31 Terawattstunden (TWh) zusätzliche Erzeugungskapazitäten dazukommen, um den Strombedarf 2030 bilanziell komplett aus Erneuerbaren zu decken“, sagte Gustav Resch von der Energy Economics Group der TU Wien und Vortragender im MSc Renewable Energy Systems bei der Studienpräsentation am 10.07.2017. „Das ist technisch möglich und bringt ökonomische Vorteile.“ Und: Die Umstellung des Energiesystems verursache kaum Mehrkosten. 

„Der Siegeszug der erneuerbaren Energien ist weltweit nicht mehr aufzuhalten, auch in Österreich nicht“, so Peter Püspök, Präsident des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ). Die Studie der TU Wien setzt sich intensiv mit dem österreichischen Stromnetz aber auch mit der Stromaufbringung für die Sektorkopplung (die Verzahnung von Strom, Wärme und Mobilität) auseinander. Fazit: das Stromsystem und Speichermöglichkeiten sind für das Stromsystem 2030 bereits hervorragend vorbereitet.

Kostenvorteile auf der Seite der Erneuerbaren

Ein weiteres Kernergebnis der Studie ist, dass der Umbau auf 100% erneuerbaren Strom jährlich Einsparungen von 650 Millionen Euro für die österreichische Volkswirtschaft bringt. „Die Erzeugung im Inland und die Forcierung der Sektorkopplung spart uns von 2020 bis 2030 insgesamt 8 Milliarden Euro Ausgaben für Energieimporte“, so Püspök. Die Studie ergibt darüber hinaus bis 2030 über 53.000 Arbeitsplätze am Sektor erneuerbare Energien im Strombereich.

Umsetzung ist notwendig

Die Politik müsse jetzt rasch die Richtung vorgeben. „Egal welche Bundesregierung, es muss Verantwortung übernommen werden für die Zukunft. Die Studie zeigt deutlich, dass eine nachhaltige und wettbewerbsfä-hige Stromversorgung Österreichs maßgeblich vom En-gagement und der Positionierung der österreichischen Bundesregierung abhängt – andernfalls können die not-wendigen Schritte für den Umbau und die heimischen Verbraucher und die Wirtschaft nicht rechtzeitig gesetzt werden“, schließt Püspök.

Die Integration erneuerbarer Energie in das bestehende System ist auch Kernthema des MSc Programms Renewable Energy Systems an der TU Wien in Kooperation mit dem Energiepark Bruck/Leitha. Gustav Resch ist Vortragender und Reinhard Haas Lehrgangsleiter des MSc Renewable Energy Systems.

Nächster Lehrgangsstart: 02. November 2017, Bewerbungen sind noch möglich! Detaillierte Informationen zum MSc „Renewable Energy Systems“ finden Sie unter newenergy.tuwien.ac.at.

Die gesamte Studie kann hier nachgelesen werden: Studie: Stromzukunft Österreich 2030. Analyse der Erfordernisse und Konsequenzen eines ambitionierten Ausbaus erneuerbarer Energien. Autoren: R. Haas (Lehrgangsleiter MSc Renewable Energy Systems), G. Resch (Faculty MSc Renewable Energy Systems), .B Burgholzer, G. Totschnig, G. Lettner, H. Auer, J. Geipel; TU Wien, Energy Economics Group https://tinyurl.com/Studie2030


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