29. August 2017

MSc Engineering Management - "Abfall und Kultur" - eine sehr heiße Exkursion


Die Teilnehmer vor dem Hundertwasser Gebäude

Den TeilnehmerInnen des postgradualen Universitätslehrgangs Engineering Management bot sich am 18. Juli 2017 die Gelegenheit die Spittelauer Anlage in Wien zu besichtigen. Bei der Anlage wurde neben der thermischen Müllverbrennung auch die Fernwärme (mehr als 60.000 Haushalte in Wien werden damit beheizt) und die Kühlung besucht, welche von der Stadt Wien angeboten wird.


Die thermische Abfallbehandlung spielt heute eine wichtige Rolle. Das ganze Verfahren umfasst 3 Hauptschritte.
Schritt 1 - Versuch, die Abfälle so weit wie möglich zu vermeiden. Dies geschieht durch die Hilfe der Wiener Bevölkerung, die mit der Trennung ihrer recycelbaren Abfälle beauftragt ist und mit den über 2000 Plätzen in Wien die Möglichkeit hat, spezielle Recyclingbehälter zu finden können.

Schritt 2 - die Arbeiter der Anlage müssen versuchen, aus den gesammelten Abfällen große Stücke zu entfernen, die nicht in die Öfen gebracht werden können. Zu diesem Zeitpunkt ist es nicht möglich, recycelbares Material wie Papier und Glas zu trennen, deshalb ist Schritt 1 so wichtig.

Schritt 3 - beinhaltet die Verbrennung der Abfälle, wobei die erzeugte Wärme für Fernwärme und Kühlung verwendet wird.

Die Wiener Müllverbrennungsanlagen verarbeiten jährlich rund 900.000 Tonnen Abfall, Sondermüll und Klärschlamm. Die Erhitzung (rund 1,5 Millionen Megawattstunden pro Jahr) wird das ganze Jahr über in das Fernwärmenetz eingespeist. Vor kurzem hat die Wien Energie spezifische "Klienten" wie das Rathaus und das größte Krankenhaus mit Fernkühlung angelegt, mit der Hitze produziert und spezielle Ausrüstung wie Absorptionskältemaschinen, Kompressionskühler, Zentrifugalkühler und Wärmetauscher erzeugt werden.

Das Werk Spittelau wurde zwischen 1969 und 1971 erbaut. 1987 zerstörte ein Brand große Abschnitte der Müllverbrennungsanlage. Anstatt die Müllverbrennungsanlage abzureißen, wurde sie auf demselben Gelände wieder aufgebaut, entworfen von dem berühmten österreichischen Umweltschützer, Naturliebhaber und Künstler/Architekt Friedensreich Hundertwasser.
Für die Besucher ist es eine beeindruckende Mischung aus umweltfreundlichen Methoden der Behandlung von Abfällen und Kunst, da die Architektur der Müllverbrennungsanlage selbst Kunst ist.

Doxa aus Griechenland


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