05. March 2018

Expertentalk: Drei Herausforderungen in der Automobilindustrie


DI Hanno Miorini, MBA, Vice President Original Equipment Sales, Robert Bosch AG

Die Elektrifizierung des Antriebsstranges, automatisiertes Fahren sowie die Konnektivität bewirken einen Transformationsprozess in der Acmit ungewissem Ausgang.  Die Herausforderungen sind sehr groß und ebenso die Chancen. Ich selbst habe bisher noch keine Periode erlebt in welcher so starke Treiber zur gleichen Zeit wirksam wurden. Wir Manager müssen uns darauf vorbereiten diesen Übergangsprozess zum Wohle unserer Firmen und der Gesellschaft mitzugestalten. Dies schließt auch die Einschätzung von Chancen und Risiken beim Abschluss von Verträgen mit ein.

Elektrifizierung des Antriebsstranges:
Es ist zu begrüßen, dass die Autoindustrie nun die ersten wichtigen Schritte zur nachhaltigen Mobilität unternimmt, sei es durch Elektroantriebe, Brennstoffzellen oder synthetisch hergestellte Kraftstoffe.  Die Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit der verwendeten Energiequelle ist äußerst wichtig und der Gesamtzyklus von der Energiequelle bis zum Endverbrauch muss dabei berücksichtigt werden. Wir werden sehr wahrscheinlich verschiedene Lösungen für den zukünftigen Antrieb entstehen sehen inklusive weiter optimierter traditioneller Systeme.

Automatisiertes Fahren:
Die Reduktion von Unfallopfern ist natürlich ein sehr wichtiges Ziel, das wir uns setzen müssen. Die stufenweise Einführung des automatisierten Fahrens unterstützt dieses Ziel. Die ersten Entwicklungsstufen in dieser Richtung sind bereits auf unseren Straßen unterwegs. Wie rasch das hoch-oder vollautomatisierte Automobil erhältlich sein wird, bleibt abzuwarten. Die Hürden sind enorm und der tatsächliche Nutzen wird von manchen angezweifelt. Der technische Fortschritt sowie die Verfügbarkeit von hohen finanziellen Mitteln drängen in diese Richtung. Es scheint auch, dass wir verbesserte Fahrerassistenzsysteme benötigen um den Einfluss des dritten Treibers in unserem Markt auszugleichen, den der allgegenwärtigen Konnektivität. Am Ende wird der Kunde entscheiden.

Konnektivität:
Ablenkung des Fahrers wird leider zu einer der wichtigsten Unfallursachen. Das Internet wandert in das Auto, aber auch das Auto begibt sich in das Internet. Es wird irgendwann ein Sensor sein eines übergreifenden Mobilitäts-Systems, welches benötigt wird um das zukünftige Wachstum der Städte zu bewältigen. Konnektivität wird fortgeschrittene Fahrerassistenzsysteme ermöglichen und dadurch auch die Sicherheit in der Mobilität erhöhen. Ebenso sind neue Dienstleistungen im Entstehen, welche die zunehmende Vernetzung der Fahrzeuge nutzen.

Auch verändert sich das Verhältnis der Partner in der Automobilindustrie untereinander. Neue Firmen bringen sich in den Wettbewerb ein, unabhängige Mobilitätsanbieter beanspruchen ihren Marktanteil und die Zulieferkette wandelt sich in ein Zuliefernetz mit komplizierten Verbindungen zwischen den Markteilnehmern. Neue Geschäftsmodelle und mit diesen verbundene neue vertragliche Regelwerke müssen entwickelt werden. Zusätzlich nimmt die strikte Einhaltung von Compliance bei jeder Aktivität weiter an Bedeutung zu.

Die Veränderungen und Unsicherheiten des automobilen Marktes mit dessen Chancen und Risiken machen es nun umso wichtiger, dass Manager ein gutes Verständnis dafür entwickeln, wie sie mit den sich neugestaltenden vertraglichen Verpflichtungen umgehen und gleichzeitig einen Weg zu einem gewinnbringenden Geschäft zu finden.

Deshalb freue ich mich ein Modul des “Professionall MBA Automotive Industry Program (AMBA) zu lehren zu dürfen mit dem Titel “Contracts in the Automotive Industry/Key Issues in OEM/Supplier Relations”. Ziel ist hier die Herausforderungen der Industrie und ihrer vertraglichen Vereinbarungen besser zu verstehen. Ein ausgewogenes Verhältnis der beteiligten Partner sollte hier stets im Vordergrund stehen. Reale Beispiele bereiten die Studierenden auch auf die sich verändernden Verhältnisse in der automobilen Industrie vor.

Ein großer Wert des AMBA Programmes liegt nach meiner Meinung im Fokus auf die wettbewerbsintensive und komplexe Automobilindustrie und die spezielle Ausbildung der Studierenden in diesem Bereich.


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