03. June 2005

Neuer TU-Universitätslehrgang "Erneuerbare Energie in Mittel- und Osteuropa"

Das Europäische Qualifizierungsprogramm für die Zukunftsbranche startet im Jänner 2006.

Erneuerbare Energie ist europaweit die Zukunftsbranche am Energiesektor. Die Nachfrage nach fundiertem Know-how steigt seitens der Wirtschaft beständig, aber noch fehlen in Europa entsprechende postgraduale Aus- und Weiterbildungsangebote. Diese Herausforderung nimmt nun der interdisziplinäre, berufsbegleitende Universitätslehrgang der Technischen Universität Wien in Kooperation mit dem Energiepark Bruck/Leitha an und setzt einen Schwerpunkt in Mittel- und Osteuropa. Die Region Wien/Niederösterreich etabliert sich so als Vorreiter und wird zum Ausbildungszentrum im Bereich Erneuerbare Energie. Das einzigartige, postgraduale Studienprogramm ist auf eine internationale Zielgruppe ausgerichtet und wird berufsbegleitend stark praxisorientiert angeboten. Dieser Universitätslehrgang der TU Wien wird in Kooperation mit dem Energiepark Bruck/Leitha, unter Mitwirkung der West-ungarischen Universität Mosonmagyaróvár und des Energy Centre Bratislava, länderübergreifend durchgeführt. Gestartet wird im Jänner 2006.

Erneuerbare Energien sind Energiequellen, die nach den Zeitmaßstäben des Menschen unendlich lange zur Verfügung stehen, wie zum Beispiel Solarstrahlung, Wind, Biomasse oder Erdwärme. Diese Energieträger und ihre effiziente Nutzung sind für eine nachhaltige Entwicklung und zur Sicherung der Energiezukunft unabdingbar. Die nicht unbegrenzt vorhandenen Ressourcen wie z.B. Erdöl erfordern geradezu, dass rechtzeitig Alternativen gesucht, gefunden und genutzt werden.

Europa bei Forschung und Entwicklung von Umwelttechnologien führend

Gerade der Bereich der Erneuerbaren Energie erlebt derzeit – in Zusammenhang mit dem steigenden Bewusstsein der Notwendigkeit von Nachhaltigkeit – vor allem auch in Österreich, steigende Zuwachsraten. Bereits heute zählt Österreich – auch über die Grenzen der Europäischen Union hinaus – zu den führenden Ländern auf diesem Gebiet, und auch im nunmehr liberalisierten Energiemarkt spielt die Energieproduktion auf Basis von erneuerbaren Energieträgern zunehmend eine bedeutende Rolle als zukunftsfähiger Wirtschaftszweig. Der im Jänner 2006 startende Universitätslehrgang ist ein weiterer Meilenstein für eine erfolgreiche Fortsetzung dieses Kurses. Der Lehrgang Erneuerbare Energie in Mittel- und Osteuropa ist der erste grenzüberschreitend geführte Lehrgang Österreichs, der sich mit den Zukunftsthemen der alternativen Energieproduktion auseinandersetzt und so dem transnationalen Know-how Transfer eine neue Dimension verleiht.

"Mit dem länderübergreifenden Universitätslehrgang für Erneuerbare Energie wird Österreich im Bereich der Umwelt- und Energietechnologien vom Think-tank zum Know-how-tank für Lehre und Wirtschaft in ganz Mitteleuropa", freut sich Dr. Franz Fischler, ehemaliger EU-Kommissar.

Lehrgangsleiter Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. Helmut Drobir von der Technischen Universität Wien ergänzt: "Der Universitätslehrgang ist ein innovativer Beitrag zum Ausbildungsangebot in Österreich. Die umfassend angelegten Lehrgangsziele sind Fachkompetenz, um den Einsatz von erneuerbaren Energien zu planen, Kenntnisse, um Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energie wirtschaftlich und technisch sinnvoll zu betreiben sowie Know-how, um technische und wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten von erneuerbarer Energie zu beurteilen."

Praxisnahe Ausbildung für Zukunftsbranche

Vor allem der praxisnahen Ausbildung kommt allergrößte Bedeutung zu: Denn die Wirtschaft braucht Menschen, die ihr technologisches Know-how fachgerecht umsetzen können. Der Universitätslehrgang – Erneuerbare Energie in Mittel- und Osteuropa mit Unterrichtssprache Englisch und/oder Deutsch ist postgradual und berufsbegleitend organisiert; die Ausbildung dauert vier Semester. Die Kosten für den gesamten Lehrgang betragen exklusive Reise- und Aufenthaltskosten 14.000,- Euro. Zulassungsvoraussetzung sind entweder ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder eine gleichwertige Qualifikation durch mehrjährige einschlägige Berufserfahrung.

Den AbsolventInnen wird mit erfolgreichem Abschluss – die erste Graduierung ist im Winter 2007 vorgesehen – der akademische Grad „Master of Science“ (MSc) der Technischen Universität Wien verliehen. Zur Erlangung dieses Grades verfassen die TeilnehmerInnen im vierten Semester eine praxisbezogene Masterthese.

State-of-the-Art Forschung und Personal für Arbeitsplätze der Zukunft

Die Technische Universität Wien ist die größte österreichische Forschungs- und Bildungseinrichtung auf dem Gebiet der Technik und Naturwissenschaften. Seit fast 200 Jahren wird in Wien am aktuellsten Stand geforscht, gelehrt und gelernt. Allein schon aus dieser Tradition heraus ist das Engagement der Technischen Universität Wien im Bereich Erneuerbare Energie eine Selbstverständlichkeit.

Univ.Prof. Dr.phil. Hans K. Kaiser, Vizerektor für Lehre an der Technischen Universität Wien erklärt: "Mit lebenslangem Lernen erwerben sich die ExpertInnen von morgen jene Kompetenzen, die sie den Anforderungen der Zukunft gewachsen sein lassen. Das Kompetenz- und Wissensfeld Erneuerbare Energie begegnet derzeit wie kaum ein anderes den Herausforderungen der Zukunft und ist deshalb ein innovatives Beispiel für die Notwendigkeit, ein Leben lang auf der Höhe der Zeit zu sein. Denn hier geht es um die Sicherung der Zukunft nachfolgender Generationen."

Energiepark Bruck/Leitha: Treibende Kraft in Sachen Erneuerbare Energie

Der Verein Energiepark Bruck/Leitha beschäftigt sich mit Projekten im Bereich Erneuerbare Energie, Klimaschutz, Umweltschutz und Regionalentwicklung. Er hat sich in den vergangenen Jahren als Innovationszentrum und Entwicklungsmotor sowohl in der Region als auch darüber hinaus etabliert. Durch die Initiative des Energieparks wurden bereits zwei Windparks, ein Biomassefernheizwerk und eine Biogasanlage in der Region umgesetzt.

Herbert Stava, Obmann des Energieparks Bruck/Leitha erläutert: "Wir starteten unser Engagement am Energiesektor vor zehn Jahren, als die 'Szene' noch stark von Pionieren und risikofreudigen 'AbenteuerInnen' geprägt war. In den letzten Jahren erfuhr die Branche jedoch einen enormen Aufschwung – technisch und wirtschaftlich. Alleine in der Region Auland-Carnuntum – der Region um Bruck/Leitha – bestehend aus 16 Gemeinden, wurden etwa 150 Millionen Euro in Erneuerbare Energieprojekte investiert." Diese Zahlen veranschaulichen das Maß an Know-how, das sich der Energiepark Bruck/Leitha bis dato erworben und in die Praxis umgesetzt hat.

Eine laufend wachsende Zahl von TechnikerInnen, Behörden, Finanzierungsinstituten, Energieversorgern und Energieproduzenten ist in die Entwicklungen zum Thema Erneuerbare Energie involviert – der Bedarf an Wissen aus der Praxis steigt laufend. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass es hoch an der Zeit ist, entsprechende Ausbildungs- bzw. Fortbildungsmöglichkeiten für die verschiedenen  Zielgruppen anzubieten. Denn um die positive Entwicklung der Branche nachhaltig abzusichern, braucht es unbedingt berufsbegleitend absolvierbare Ausbildungsmodule auf höchstem und zukunftsweisendem Niveau", so Stava weiter.

Die Region um Bruck an der Leitha ist auch das Tor zum Osten Europas. Durch diese Nähe und die bereits erfolgte Zusammenarbeit bei gemeinsamen Projekten und überregionalen Meetings ist täglich erlebbar, welchen eindrucksvollen Aufschwung die östlichen Nachbarn insgesamt machen. Von dieser positiven Entwicklung ist auch der Bereich der alternativen Energieproduktion betroffen. Die breite Vielfalt der im Bereich Erneuerbare Energie tätigen Personen, bedingt auch die Berücksichtigung eines breiten Spektrums, das in den Unterrichtsmodulen des Lehrgangs Berücksichtigung findet: Es geht sowohl um die Vermittlung technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Wissens, als auch um Soft Skills zum Beispiel aus dem Bereich Öffentlichkeitsarbeit und Lobbying.

Um umfassende Praxisorientierung des Lehrganges zu gewährleisten, werden drei Aspekte in spezieller Weise berücksichtigt:

  • Technische Innovationen
  • Management nachhaltiger Energiesysteme
  • EU-Erweiterung und rechtliche Grundlagen

Terminankündigung: Service für StudentInnen

Informationsveranstaltung "Universitätslehrgang - Erneuerbare Energie in Mittel- und Osteuropa" / MSc Program - Renewable Energy in Central and Eastern Europe am Montag, 27. Juni 2005, 18.30 Uhr an der Technischen Universität Wien, Hörsaal 7 "Schütte-Lihotzky" 1040 Wien, Karlsplatz 13, 2. Hof, Stiege 7, Erdgeschoss


Infobox

Follow us
Impressum  Ι  Kontakt